Photovoltaik verkauft sich nicht an Postleitzahlen, sondern an Dächer. Ob ein Haus für eine Anlage infrage kommt, entscheiden Fläche, Ausrichtung, Neigung und Schatten – Merkmale, die in keiner Kundendatei stehen. Eine Solarpotenzial-Analyse macht sie sichtbar: Aus Satelliten- und Luftbildern wird für jede erkannte Dachfläche abgeschätzt, wie gut sie sich eignet. Anschließend wird das Ergebnis so gebündelt, dass sich Vertriebsgebiete, Werbung und Planung daran ausrichten lassen. Die Bildauswertung führen wir gemeinsam mit spezialisierten Partnern durch, die Aufbereitung für Ihre Fragestellung übernehmen wir.
Wo stehen die Dächer, die sich für Photovoltaik eignen?
Wer Photovoltaik, Speicher oder Wärmepumpen verkauft, verliert viel Zeit mit Gebieten, in denen das Angebot kaum passt: Mietwohnungen, verschattete Altbauquartiere, Dächer mit ungünstiger Ausrichtung. Umgekehrt gibt es Straßenzüge, in denen fast jedes Dach geeignet und noch ungenutzt ist. Typische Wo-Fragen:
- In welchen Straßen und Ortsteilen stehen besonders viele gut geeignete Dächer?
- Wo ist das Potenzial noch weitgehend ungenutzt?
- Welche Gebiete lohnen sich für Werbung, Infoabende oder den Außendienst?
- Wie verteilt sich das Potenzial auf unser Netz- oder Vertriebsgebiet?
- Wie viel Solarpotenzial hat unsere Gemeinde insgesamt?
Die Methode: vom Luftbild zur Eignungsklasse
Grundlage sind aktuelle Satelliten- oder Luftbilder. Darin werden Gebäude und ihre Dachflächen erkannt und einzeln bewertet. Vier Kriterien stehen im Mittelpunkt:
| Kriterium | Was bewertet wird | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Dachfläche | nutzbare Fläche ohne Gauben, Fenster und Aufbauten | bestimmt, wie viele Module Platz haben |
| Ausrichtung | Himmelsrichtung der Dachfläche | Süd bringt den höchsten Jahresertrag, Ost-West verteilt ihn über den Tag |
| Neigung | Winkel der Fläche, Steil- oder Flachdach | beeinflusst Ertrag und Montageart |
| Verschattung | Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine | mindert Ertrag und nutzbare Fläche |
Aus diesen Merkmalen entsteht je Dachfläche eine Eignungsklasse, zum Beispiel „sehr gut“, „gut“, „bedingt geeignet“ und „ungeeignet“. Dazu kommt eine Abschätzung des Potenzials: mögliche Modulfläche, installierbare Leistung in Kilowatt-Peak (kWp) und ein grober Jahresertrag. Wie die Klassen abgegrenzt und welche Kennzahlen ausgegeben werden, legen wir zu Projektbeginn mit Ihnen fest.
Vom Dach zum Gebiet: Straßenabschnitt, PLZ oder GEOmarket
Für Vertrieb und Planung zählt selten das einzelne Dach, sondern die Frage, wo viele geeignete Dächer beieinanderliegen. Deshalb bündeln wir die Ergebnisse auf Gebietsebenen:
- Straßenabschnitte: fein genug für Werbemittelverteilung und Quartiersarbeit.
- Postleitzahlen: die Ebene, auf der viele Vertriebsgebiete, CRM-Auswertungen und Werbeformen organisiert sind.
- GEOmarkets: kleinräumige Zellen innerhalb von Postleitzahl und Gemeinde mit durchschnittlich rund 260 Haushalten – ein guter Kompromiss aus Detail und Datenschutz. Wie viel feiner sie sind, zeigt der Kartenvergleich bei den digitalen Landkarten.
- Gemeinden und Ortsteile: für Potenzialkarten von Kommunen und Landkreisen.
Typische Kennzahlen je Gebiet sind Zahl und Anteil geeigneter Dächer, die nutzbare Fläche, die geschätzte Leistung und – wo der Anlagenbestand bekannt ist – der noch ungenutzte Teil des Potenzials.
Kombination mit Kaufkraft, Gebäudealter und Eigentumsquote
Technisches Potenzial ist noch keine Nachfrage. Ob aus einem geeigneten Dach eine Anlage wird, hängt davon ab, wer darunter wohnt und entscheidet. Deshalb verknüpfen wir die Ergebnisse mit Markt- und Potenzialdaten:
- Eigentumsquote: Eigentümer entscheiden selbst über ihr Dach, Mieter in der Regel nicht.
- Kaufkraft: Eine Anlage mit Speicher ist eine größere Investition – hohe Kaufkraft ist ein Hinweis, keine Garantie.
- Gebäudeart und Gebäudealter: Ein- und Zweifamilienhäuser bestimmter Baujahre zeigen, wo Photovoltaik zusammen mit Wärmepumpe oder Sanierung zum Thema wird.
- Eigene Daten: Kunden, Anfragen und installierte Anlagen – geokodiert und auf dieselbe Gebietsebene gebracht – machen Ausschöpfung und weiße Flecken sichtbar.
Wer die Solarpotenzial-Analyse nutzt
PV-Installateure und Solarfachbetriebe richten Vertriebsgebiete und Einsatzradien ihrer Montageteams an der Dichte geeigneter Dächer aus und verteilen Werbung gezielt. Fahrzeitzonen um den Betriebssitz zeigen, bis wohin sich Montage und Service noch wirtschaftlich leisten lassen – mehr bei der Erreichbarkeitsanalyse. Wie sich Verteilgebiete und Auflagen planen lassen, zeigt die Werbeplanung für Offline-Werbung.
Energieversorger und Stadtwerke priorisieren Stadtteile für Solarpakete, Pachtmodelle oder Bestandskundenaktionen und unterscheiden dabei eigenes und fremdes Grundversorgungsgebiet. Netzbetreiber erkennen zudem, in welchen Siedlungen besonders viel zusätzliche Einspeisung denkbar ist – ein Hinweis, wo sich eine genauere Netzberechnung zuerst lohnt. Einen Überblick über weitere Einsatzfelder gibt die Branchenseite Geomarketing für Energieversorger.
Anbieter von Speichern und Wärmepumpen kombinieren das Solarpotenzial mit Gebäudealter und Heizungsart, weil sich ihre Produkte besonders dort verkaufen, wo Photovoltaik bereits vorhanden oder geplant ist. Interessant ist die Analyse auch für Autohäuser, die Elektrofahrzeuge zusammen mit Wallbox und Solarstrom anbieten – mehr dazu unter Geomarketing im Autohandel.
Kommunen und Landkreise nutzen gebündelte Potenzialkarten für Klimaschutzkonzepte, Förderprogramme und die Bürgerinformation – als Webkarte oder gedruckt über unseren Service Karten erstellen lassen.
Werkzeuge und Umsetzung
Die Bildauswertung erfolgt projektbezogen mit unseren Partnern. Die Ergebnisse passen in jede gängige Umgebung: als Kartenebene in easymap oder RegioGraph, als Shapefile oder GeoJSON für QGIS und als Tabelle für Power BI. Sollen Vertrieb oder Außendienst die Ergebnisse nur im Browser abrufen, stellen wir sie in einem Geomarketing-Portal bereit. Wer keine eigene Software einsetzen möchte, erhält Karten, Gebietslisten und Auswertungen im Geomarketing-Service.
Grenzen und Datenschutz
Eine Auswertung aus der Luft ist eine Potenzialschätzung, keine Anlagenplanung. Das Aufnahmedatum der Bilder, gewachsene Bäume oder neue Gebäude können das Ergebnis beeinflussen. Statik, Dachzustand, Denkmalschutz und Netzanschluss sind aus der Luft nicht zu beurteilen. Ob sich bereits vorhandene Anlagen erkennen lassen, hängt von Bildmaterial und Methode ab. Für die einzelne Anlage bleibt deshalb die Prüfung vor Ort unverzichtbar.
Drei Fehler begegnen uns bei der Nutzung solcher Analysen immer wieder:
- Technisches Potenzial mit Absatzpotenzial verwechseln: Ein Quartier voller geeigneter Mietshäuser ist für den Privatkundenvertrieb kaum ergiebig. Erst die Kombination mit Eigentumsquote und Kaufkraft zeigt, wo verkauft werden kann.
- Den Bestand ignorieren: Wo bereits viele Anlagen installiert sind, ist das verbleibende Potenzial kleiner, als die reine Dachbewertung vermuten lässt.
- Zu fein veröffentlichen: Karten für Website oder Bürgerinformation sollten auf Gemeinde-, Ortsteil- oder GEOmarket-Ebene bleiben, nicht auf einzelnen Gebäuden.
Solarpotenzial-Analysen erstellen wir auf Anfrage und passend zu Region, Ziel und Budget. Beschreiben Sie uns kurz Ihr Vorhaben – wir klären mit unseren Partnern, was möglich ist, und schlagen Ihnen ein Vorgehen vor.