Die meisten Fragen im Geomarketing beginnen in einer Excel-Tabelle: eine Kundenliste mit Postleitzahlen, Umsätze je Bundesland, die Zuordnung von Gebieten zu Außendienstmitarbeitern. Weniger bekannt ist, dass Excel selbst schon Karten zeichnen kann. Geomarketing mit Excel ist deshalb ein naheliegender Start – ohne zusätzliche Software und genau dort, wo die Daten ohnehin liegen. Hier lesen Sie, welche Kartenfunktionen Excel mitbringt, wie Sie typische Fehler vermeiden und an welcher Stelle ein spezialisiertes Werkzeug die bessere Wahl ist.
Excel als kleines Geomarketing-Tool: was ist möglich?
Für Karten bietet Excel zwei Wege, die sich deutlich unterscheiden:
- Flächenkartogramm: ein Diagrammtyp, der Gebiete nach einem Wert oder einer Kategorie einfärbt – Länder, Bundesländer, Kreise oder Postleitzahlen. Es sitzt wie jedes andere Diagramm auf dem Tabellenblatt und passt sich an, wenn sich die Zahlen ändern.
- 3D-Karten: eine eigene Kartenansicht, die Daten als Punkte, Säulen, Blasen oder Heatmap darstellt und sie auf Wunsch im Zeitverlauf abspielt.
Beide Funktionen stecken in aktuellen Excel-Versionen, etwa in Microsoft 365; Umfang und Bezeichnungen können je nach Version und Lizenz abweichen. Und beide brauchen eine Internetverbindung, denn Orte erkennt Excel nicht selbst, sondern über einen Online-Kartendienst.
Welche der beiden Funktionen passt, hängt von der Frage ab, die die Karte beantworten soll:
| Fragestellung | passende Ebene | Excel-Funktion |
|---|---|---|
| Wie verteilt sich der Umsatz auf die Regionen? | Bundesländer oder Kreise | Flächenkartogramm |
| Aus welchen Orten kommen unsere Kunden? | fünfstellige Postleitzahlen | Flächenkartogramm |
| Wo liegen Filialen, Kunden oder Einsatzorte? | Koordinaten | 3D-Karten mit Punkten oder Säulen |
| Wo ballen sich Kunden oder Anfragen? | Koordinaten | 3D-Karten mit Heatmap |
| Wie hat sich etwas im Lauf des Jahres entwickelt? | Koordinaten mit Datum | 3D-Karten mit Zeitverlauf |
| Wer ist für welches Gebiet zuständig? | Postleitzahlen mit Gebietszuordnung | Flächenkartogramm mit Kategorien – mit Einschränkungen |
Das Flächenkartogramm: Gebiete nach Werten einfärben
Das Flächenkartogramm ist der schnellste Weg zur eingefärbten Karte. Sie brauchen nur eine Tabelle mit einer Ortsspalte und einer Wertspalte. Enthält die Wertspalte Zahlen – Umsatz, Kundenzahl, Kaufkraftindex –, färbt Excel die Gebiete in einem Farbverlauf. Enthält sie Text, etwa den Namen eines Vertriebsgebiets, erhält jede Kategorie eine eigene Farbe. So entsteht aus einer Zuordnungstabelle „PLZ → Gebiet“ sogar eine einfache Vertriebsgebietskarte, sofern der Kartendienst alle Postleitzahlen kennt.
Ortserkennung: so vermeiden Sie Mehrdeutigkeiten
Excel schickt die Ortsangaben an den Kartendienst und bekommt passende Flächen zurück. Bei Ländern und Bundesländern klappt das zuverlässig, bei Kreisen und Postleitzahlen weniger:
- Land immer mit angeben: Fünfstellige Postleitzahlen gibt es auch in Frankreich, Italien oder Spanien. Eine eigene Spalte mit dem Land sorgt dafür, dass „48599“ in Gronau landet und nicht irgendwo in Europa.
- Mehrdeutige Namen vermeiden: Neustadt gibt es viele Male, Frankfurt am Main und an der Oder. Auch eine Stadt und der gleichnamige Landkreis werden leicht verwechselt. Eindeutige Bezeichnungen und die Angabe des Bundeslands helfen.
- Postleitzahlen als Text: Ohne Textformat verliert jede Postleitzahl mit führender Null ihre erste Ziffer – betroffen sind vor allem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
- Erkennung kontrollieren: Nicht jede Postleitzahl ist im Kartendienst hinterlegt, und dessen Kartenstand muss nicht zum aktuellen Jahr passen. Prüfen Sie deshalb, ob wirklich alle Gebiete erscheinen.
3D-Karten: Standorte, Säulen, Heatmap und Zeitverlauf
Die 3D-Karten sind vor allem für Punktdaten gedacht: Kunden, Filialen, Einsatzorte, Messekontakte. Jeder Datensatz erscheint an seinem Ort, wahlweise als Punkt, als Säule, deren Höhe den Wert zeigt, oder als Heatmap, die Ballungen sichtbar macht. Gibt es eine Datumsspalte, lassen sich die Daten im Zeitverlauf abspielen – etwa Neukunden Monat für Monat. Mehrere solcher Ansichten können Sie zu einer kleinen Tour für die Präsentation verbinden.
Am zuverlässigsten arbeiten die 3D-Karten mit Koordinaten statt mit Adressen. Breiten- und Längengrad bekommen Sie über eine Geokodierung, die wir als Service übernehmen – mit bereinigten Adressen und einer Qualitätsangabe je Treffer. Eigene Flächen wie Vertriebsgebiete lassen sich in den 3D-Karten zwar aus Geodateien laden, etwa aus unseren digitalen Landkarten; bearbeiten oder planen lassen sich Gebiete damit aber nicht.
Datenschutz: Ortserkennung über einen Online-Dienst
Sowohl das Flächenkartogramm als auch die 3D-Karten übermitteln Ortsangaben an einen Online-Kartendienst von Microsoft. Bei Postleitzahlen, Kreisen und Summenwerten ist das in aller Regel unkritisch. Namen, Telefonnummern oder vollständige Adressen von Privatkunden gehören dagegen nicht in die Tabelle, aus der die Karte entsteht.
Wo Excel im Geomarketing an Grenzen stößt
Für einen schnellen Überblick ist Excel stark. Für die eigentliche Geomarketing-Arbeit fehlt dagegen einiges:
- Keine eigenen Gebiete im Flächenkartogramm: Vertriebsgebiete, Leitregionen oder Spezialkarten kennt der Kartendienst nicht. Gebiete zusammenfassen oder Grenzen ziehen ist nicht vorgesehen.
- Keine Gebietsplanung: kein Ausgleich nach Potenzial oder Arbeitslast, keine Optimierung, kein Vergleich von Varianten.
- Keine Fahrzeiten: Fahrtzeitzonen, Erreichbarkeitsanalysen und Routen berechnet Excel nicht. Reine Straßenentfernungen zwischen Orten lassen sich aber als fertige Tabelle einbinden, etwa aus dem Entfernungswerk Straße (EWS).
- Keine Marktdaten: Kaufkraft, Einwohner, Haushalte oder Firmenpotenziale bringt Excel nicht mit.
- Unvollständige PLZ-Erkennung: Welche Postleitzahlen erkannt werden und welcher Kartenstand gilt, können Sie nicht steuern.
Der nächste Schritt: vom Excel-Diagramm zur passenden Lösung
Excel genügt, solange eine Übersicht für die nächste Präsentation gebraucht wird. Wird die Karte zum regelmäßigen Arbeitsmittel, gibt es je nach Aufgabe passende Wege – wir beraten Sie neutral, welcher davon sich lohnt:
- Kostenloses PLZ-Karten-Tool: Mit unserem Online-Tool postleitzahlenkarte-software.de färben Sie die 2-stelligen Postleitzahlgebiete Deutschlands nach Kategorien oder Werten ein, fügen die Daten direkt aus Excel ein und exportieren die Karte als PNG oder PDF.
- easymap office: easymap office greift direkt auf Excel-Dateien zu, geokodiert Adressen, erstellt Flächenfärbungen und Heatmaps und exportiert Karten nach PowerPoint oder Word.
- Power BI und QGIS: Für Dashboards mit eigenen Gebietskarten eignet sich Power BI, für Teams mit GIS-Erfahrung das kostenfreie QGIS.
- Karten im Browser für viele Anwender: Sollen Außendienst, Filialleitung oder Management ihre Zahlen regelmäßig auf der Karte sehen, ohne selbst Karten zu bauen, passt ein Geomarketing-Portal.
- Karten und Marktdaten als Tabellen: Wir liefern digitale PLZ-Karten, Zuordnungen wie „PLZ → Kreis → Bundesland“ und Markt- und Potenzialdaten als Excel-Tabellen mit passenden Schlüsseln.
- Geomarketing als Service: Sie schicken uns Ihre Excel-Liste, wir erstellen daraus die Karten – mehr unter Geomarketing als Service und Karten erstellen lassen.
Sollen Vertriebsgebiete nicht nur gezeigt, sondern neu zugeschnitten werden, helfen die Seiten zur Gebietsplanung und zur Software easymap professional weiter.