QGIS ist das bekannteste kostenfreie Geoinformationssystem und wird immer häufiger auch für Geomarketing eingesetzt: Umsätze je Postleitzahl einfärben, Kundenstandorte darstellen, Marktdaten mit eigenen Zahlen verknüpfen. Die Software kann dabei erstaunlich viel – nur Karten und Marktdaten bringt sie nicht mit. Genau hier setzen wir an: Wir liefern die passenden Geodaten und Potenzialdaten für QGIS und helfen Ihnen neutral bei der Frage, ob QGIS für Ihre Aufgabe das richtige Werkzeug ist.
Was ist QGIS?
QGIS ist freie Open-Source-Software unter der GNU General Public License (GPL). Sie läuft unter Windows, macOS und Linux, kostet keine Lizenzgebühren – auch nicht im Unternehmenseinsatz – und wird von einer großen internationalen Gemeinschaft weiterentwickelt. Für Unternehmen empfehlen sich die Long-Term-Release-Versionen (LTR), die über einen längeren Zeitraum gepflegt werden und seltener größere Umstellungen mit sich bringen.
Für das Geomarketing sind vor allem diese Fähigkeiten interessant:
- Viele Formate: QGIS liest Shapefile, GeoJSON, GeoPackage, KML, CSV mit Koordinaten oder WKT-Geometrien, Excel-Tabellen und Datenbanken.
- Tabellen verknüpfen: Über einen Attribut-Join hängen Sie eigene Zahlen per Schlüssel – etwa die Postleitzahl – an eine Karte.
- Darstellung: abgestufte Farben für Werte, kategorisierte Farben für Gebiete, Heatmaps für Punktdichten, Diagramme auf der Karte.
- Drucklayouts: Karten mit Titel, Legende, Maßstab und Quellenangabe für Präsentation und Druck.
- Erweiterungen: Zahlreiche Plugins ergänzen zum Beispiel Hintergrundkarten, Geokodierung oder Erreichbarkeitsanalysen mit Isochronen – oft über externe Online-Dienste.
QGIS im Geomarketing: wann es passt – und wann nicht
Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, wer damit arbeitet und was am Ende herauskommen soll. QGIS ist ein vollwertiges GIS – mächtig, aber nicht auf Vertriebsfragen zugeschnitten.
Wann QGIS eine gute Wahl ist
- Im Haus sind GIS-Kenntnisse vorhanden, etwa in einer Planungs-, Netz- oder Datenabteilung.
- Es sollen vor allem Karten entstehen: Umsätze, Kunden, Marktanteile, Potenziale.
- Viele unterschiedliche Datenquellen und Formate müssen zusammengeführt werden.
- Karten entstehen auch unter macOS oder Linux, oder viele Personen brauchen gelegentlich Zugriff.
- Das Projekt ist einmalig, und eine Softwarelizenz würde sich dafür nicht lohnen.
Wann eine Geomarketing-Software besser passt
- Vertriebsgebiete sollen regelmäßig geplant, ausgeglichen und optimiert werden.
- Fahrzeiten, Einzugsgebiete und Erreichbarkeitsanalysen gehören zum Alltag.
- Menschen aus Vertrieb oder Controlling ohne GIS-Erfahrung sollen selbst Karten erstellen.
- Karten und Kaufkraft sollen ohne Vorarbeit sofort einsatzbereit sein.
- Sie wünschen sich einen festen Ansprechpartner für Support und Schulung.
QGIS, easymap oder RegioGraph? Der neutrale Vergleich
| Kriterium | QGIS | easymap | RegioGraph |
|---|---|---|---|
| Kosten und Lizenz | kostenfrei, Open Source (GNU GPL) | Abonnement mit 12 oder 36 Monaten Laufzeit | Abonnement mit 1 oder 3 Jahren Laufzeit |
| Betriebssystem | Windows, macOS, Linux | Windows | Windows |
| Einarbeitung | hoch; GIS-Grundwissen sehr hilfreich | gering; für Business-Anwender und gelegentliche Nutzer gemacht | mittel; Assistenten führen durch typische Aufgaben |
| Karten enthalten | nein – eigene oder freie Geodaten nötig | Deutschland, weitere Länder zubuchbar | Deutschland, Österreich, Schweiz und 2-stellige PLZ Europa |
| Marktdaten enthalten | nein | nein – optional erweiterbar | GfK Kaufkraft inkl. Einwohner und Haushalte (DACH) |
| Gebietsplanung | manuell über Zuordnungstabellen und Geoverarbeitung | ab easymap professional, mit automatischer Planung und Optimierung | Analysis manuell, ab Planning mit Assistent und Optimierung |
| Fahrzeiten und Isochronen | über Erweiterungen und externe Routingdienste | ab easymap professional integriert | ab Planning: Fahrtzeitzonen und Einzugsgebiete |
| Teamnutzung | beliebig viele Installationen, Projekte als Dateien teilen | Concurrent User: bis zu 5 Installationen je gleichzeitigem Nutzer; enterprise mit Web-Kartendienst | Named User: eine Lizenz je namentlich benannter Person |
| Support | Community, Dokumentation, kommerzielle Dienstleister | Hersteller und p17, Schulungen | Hersteller und p17, Schulungen |
In der Praxis ist es selten ein Entweder-oder. Häufig arbeitet eine GIS-Abteilung mit QGIS, während Vertrieb und Controlling mit easymap office oder RegioGraph ihre Kundenkarten erstellen. Sollen viele Kolleginnen und Kollegen die Ergebnisse nur ansehen und filtern, ist ein Geomarketing-Portal im Browser eine weitere Möglichkeit. Wichtig ist in jedem Fall, dass alle mit demselben Kartenstand und denselben Gebietsschlüsseln arbeiten – sprechen Sie uns darauf an, wenn Sie Karten für mehrere Systeme brauchen. Die Unterschiede der beiden Geomarketing-Programme zeigt ausführlich der Vergleich easymap und RegioGraph.
Was p17 für QGIS liefert: Postleitzahlen als Shapefile, GeoJSON und mehr
QGIS bringt keine Karten mit. Freie Geodaten gibt es durchaus, etwa amtliche Verwaltungsgrenzen oder aus OpenStreetMap abgeleitete Postleitzahlgebiete – allerdings mit Lizenzauflagen und ohne Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität. Wer verlässlich arbeiten möchte, bekommt bei uns aktuelle digitale Landkarten im Format seiner Wahl:
- Postleitzahlen 5-stellig und 2-stellig: die Klassiker für Umsatzkarten und Vertriebsgebiete, flächendeckend und topologisch sauber.
- Gemeinden und Kreise: mit amtlichem Schlüssel, ideal zum Verknüpfen mit Statistikdaten.
- GEOmarkets, Mikro-PLZ und Raster: wenn die 5-stellige Postleitzahl zu grob ist, etwa für Standortanalysen in Städten.
- Spezialkarten: Gebietsgliederungen der Pharma-Marktforschung, Netz- und Grundversorgungsgebiete für Strom und Gas oder Bundestagswahlkreise – mehr unter Spezialkarten.
- Europa und weltweit: Postleitzahlen und Verwaltungsgrenzen weiterer Länder, auf Wunsch in einer gemeinsamen Datei.
Geliefert wird als Shapefile, GeoJSON oder GeoPackage – mit .prj- und .cpg-Datei, im gewünschten Koordinatensystem und Detailgrad. Dazu kommen auf Wunsch Markt- und Potenzialdaten als Tabelle zum Verknüpfen: Kaufkraft, Einwohner und Haushalte, Altersstruktur, Einzelhandelszentralität, Firmen- und Gewerbepotenziale oder Zielgruppentypologien – je Postleitzahl, Gemeinde, Kreis oder GEOmarket, mit demselben Gebietsschlüssel wie die Karte. Für Daten über unser Standardangebot hinaus, etwa für einzelne Branchen oder ganz Europa, vermittelt p17-data.de herstellerneutral die passenden Quellen. Kunden- oder Standortadressen geokodieren wir auf Wunsch vorab, sodass Sie in QGIS direkt mit Koordinaten arbeiten.
Eigene Umsätze je PLZ in QGIS darstellen
Die häufigste Geomarketing-Aufgabe in QGIS ist die Umsatzkarte: Welche Postleitzahlgebiete bringen viel Umsatz, wo sind weiße Flecken? Für eine schnelle Übersicht genügt manchmal schon das Flächenkartogramm in Excel; QGIS spielt seine Stärken aus, wenn Sie Kartenstand, Gebietsebene und Gestaltung selbst bestimmen möchten. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung auf dieser Seite führt Sie vom Laden der PLZ-Karte bis zum fertigen PDF. Der eigentliche Erkenntnisgewinn beginnt aber oft erst danach – wenn Sie den Umsatz ins Verhältnis zum Potenzial setzen. Eine absolute Umsatzkarte zeigt vor allem, wo viele Menschen wohnen. Aussagekräftiger ist die Marktausschöpfung: Umsatz geteilt durch Kaufkraft, Einwohner oder die Zahl der Betriebe im Gebiet. In QGIS berechnen Sie das mit dem Feldrechner in einer neuen Spalte.
Typische Stolperfallen mit PLZ-Karten in QGIS
- Führende Nullen: Excel macht aus 01067 die Zahl 1067, und schon findet die Verknüpfung keinen Partner. Betroffen sind vor allem Postleitzahlen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Teilen Brandenburgs. Führen Sie PLZ-Spalten deshalb immer als Text. Ist es schon passiert, hilft im Feldrechner der Ausdruck
lpad(to_string("PLZ"), 5, '0'). - Zeichensatz: Aus „Münster“ wird „Münster“, wenn QGIS die Kodierung falsch errät. Beim Shapefile legt die kleine .cpg-Datei den Zeichensatz fest. Fehlt sie, stellen Sie in den Layereigenschaften unter „Quelle“ die Datenquellenkodierung auf UTF-8 bzw. Windows-1252 um.
- Koordinatensystem: QGIS rechnet Layer mit unterschiedlichen Koordinatensystemen beim Anzeigen automatisch um – sofern das System bekannt ist. Für den Datenaustausch ist WGS84 (EPSG:4326) üblich, für Flächen- und Entfernungsberechnungen in Deutschland ETRS89/UTM 32N (EPSG:25832), für Kachel-Hintergrundkarten Web Mercator (EPSG:3857). Rechnen Sie Flächen und Distanzen in einem metrischen System: In Web Mercator erscheinen Flächen in Deutschland mehr als doppelt so groß, wie sie sind.
- Generalisierung: Eine hochdetaillierte PLZ-Karte für ganz Deutschland macht QGIS träge, besonders mit Beschriftung. Für Übersichten genügt eine generalisierte Fassung. Vorsicht beim eigenen Vereinfachen: Das Standardwerkzeug bearbeitet jede Fläche einzeln, zwischen Nachbargebieten entstehen Lücken und Überlappungen. Wir liefern auf Wunsch topologisch sauber generalisierte Karten.
- Kartenstand: Postleitzahlen ändern sich jedes Jahr. Gehören Karte und Daten nicht zum selben Stand, bleiben Gebiete leer oder Datensätze ohne Fläche. Die Zahl nicht verknüpfter Datensätze sollte nach jedem Import null sein.
- Lizenz bei Veröffentlichung: QGIS selbst dürfen Sie frei nutzen, auch kommerziell. Für die Kartendaten gilt das nicht automatisch – Standardlizenzen sind für interne Analysen gedacht. Sollen Karten auf die Website, in eine Broschüre oder an Händler und Franchisenehmer gehen, brauchen Sie eine Lizenz, die das abdeckt. Auch freie Daten haben Auflagen, etwa zur Namensnennung.
Von der Karte zur Gebietsplanung
Vertriebsgebiete lassen sich in QGIS durchaus abbilden: Sie verknüpfen eine Zuordnungstabelle „PLZ → Gebiet“, färben die Gebiete kategorisiert ein und fassen sie mit dem Werkzeug „Auflösen“ zu Gebietsflächen zusammen. Was fehlt, ist die Planung selbst: Gebiete nach Potenzial, Kundenzahl oder Arbeitslast ausgleichen, Wohnorte der Mitarbeiter und Fahrzeiten berücksichtigen, Varianten vergleichen. Das erledigen easymap professional und RegioGraph Planning mit Assistenten und automatischer Optimierung deutlich komfortabler. Wie solche Planungsverfahren arbeiten, erklären die Methoden der Gebietsplanung.
Die Ergebnisse – etwa die neue Zuordnung der Postleitzahlen zu Gebieten – übernehmen Sie anschließend als Tabelle oder Geodatei wieder in QGIS oder in ein BI-Werkzeug wie Power BI. Wenn Sie die Planung lieber abgeben, übernehmen wir sie im Rahmen der Gebietsplanung oder erstellen Ihnen Karten als Geomarketing-Service – ganz ohne eigene Software.