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Anwendung: Wettbewerbsanalyse

Wettbewerbsanalyse auf der Karte: Wo sind welche Marktbegleiter?

Eine Liste der Wettbewerber haben die meisten Unternehmen. Erst auf der Karte wird daraus eine Analyse: Wo ist der Markt dicht besetzt, wo überschneiden sich Einzugsgebiete, und wo gibt es Potenzial ohne Angebot?

Beispiel: Kundenstandorte als digitale Stecknadelkarte

Was eine Wettbewerbsanalyse auf der Karte zeigt

Standorte der Marktbegleiter

Alle relevanten Wettbewerber als Stecknadeln, unterschieden nach Anbieter, Format oder Größe.

Wettbewerbsdichte

Anbieter je 10.000 Einwohner oder je 1.000 Zielbetriebe – als Flächenfärbung oder Heatmap.

Einzugsgebiete

Fahrzeitzonen um eigene und fremde Standorte zeigen, wer welche Kunden am schnellsten erreicht.

Überschneidungen

Wo konkurrieren mehrere Anbieter um dieselben Haushalte oder Betriebe – und wie groß ist dieser Anteil?

Marktanteil-Schätzung

Eigener Umsatz im Verhältnis zum Marktvolumen oder Flächenanteil im Verhältnis zur Gesamtfläche am Ort.

White Spots

Gebiete mit Potenzial, aber ohne oder mit wenig Angebot – die Kandidaten für Expansion und Vertrieb.

Wo sind welche Marktbegleiter – und was bedeutet das für Ihre Standorte, Ihren Vertrieb und Ihre Expansion? Eine Wettbewerbsanalyse auf der Karte beantwortet diese Frage anschaulicher als jede Tabelle. Sie zeigt nicht nur, wo Wettbewerber sitzen, sondern auch, wie dicht der Markt besetzt ist, wo sich Einzugsgebiete überschneiden und wo es Potenzial ohne Angebot gibt.

Warum die Wettbewerbsanalyse eine Karte braucht

Eine Liste mit 60 Wettbewerbsstandorten sagt wenig. Erst im Raum wird sie aussagekräftig: Drei Anbieter in einer Großstadt sind etwas anderes als drei Anbieter in einer Kleinstadt, und ein Wettbewerber zwei Minuten neben Ihrer Filiale wirkt anders als einer auf der anderen Seite des Flusses ohne nahe Brücke.

Typische Anlässe sind die Suche nach neuen Standorten, sinkende Umsätze einer Filiale, die Ankündigung eines neuen Wettbewerbers oder die Frage, in welchen Regionen sich die Vertriebsarbeit am meisten lohnt. Relevant ist das für Handel und Filialisten ebenso wie für Gastronomie, Gesundheitsanbieter, Autohäuser, Händlernetze von Herstellern oder Dienstleister im B2B.

Woher kommen die Standorte der Marktbegleiter?

Die Qualität einer Wettbewerbsanalyse steht und fällt mit der Standortliste. Vier Quellen kommen in Frage, oft in Kombination:

Quelle Stärken Grenzen
Eigene Recherche Standortlisten auf Websites der Wettbewerber, Wissen des Außendienstes, genaue Abgrenzung möglich aufwendig, schwer aktuell zu halten
POI- und Standortdaten Filialnetze von Handelsketten, Shopping-Center, Points of Sale – strukturiert und flächendeckend nicht für jede Branche verfügbar, Kategorien passen nicht immer
Firmendaten alle Betriebe einer Branche nach WZ-Code, mit Größe und Umsatzklasse Firmensitz ist nicht immer der Standort, Branchenzuordnung manchmal unscharf
Branchen- und Verbandsverzeichnisse fachlich genau, oft mit Spezialisierung unvollständig, Nutzungsbedingungen beachten

Points of Interest, Standortdaten des Einzelhandels und Firmenadressen vermitteln wir herstellerneutral, für größere Datenprojekte auch über p17-data.de. Bevor die Standorte auf die Karte kommen, werden sie bereinigt, von Dubletten befreit und hausgenau geokodiert.

Darstellung: Stecknadeln, Dichte, Einzugsgebiete, Überschneidungen

Der erste Blick gilt der Stecknadelkarte: eigene Standorte und Wettbewerber in unterschiedlichen Farben, bei Bedarf mit der Symbolgröße nach Verkaufsfläche oder Mitarbeiterzahl. Schon das zeigt Ballungen und Lücken.

Eigene Filialen und zwei Wettbewerber, dazu überschneidende Einzugsgebiete und ein weißer Fleck
Abbildung: Wettbewerbsanalyse – 35 % der Einwohner im eigenen Einzugsgebiet werden auch vom Wettbewerb erreicht; im weißen Fleck ist noch kein Anbieter vertreten (fiktive Werte).

Bei vielen Standorten hilft die Dichte: Eine Heatmap oder eine Flächenfärbung nach Anbietern je Gebiet macht Muster sichtbar, die in einer Punktwolke untergehen. Der dritte Schritt sind Einzugsgebiete: Fahrzeitzonen um alle Standorte zeigen, welche Wohngebiete oder Betriebe von welchem Anbieter am schnellsten erreicht werden – mehr zur Methode bei der Erreichbarkeitsanalyse. Wo sich die Zonen überlagern, entstehen Überschneidungen: Dort konkurrieren mehrere Anbieter um dieselbe Nachfrage.

Kennzahlen: Wettbewerbsdichte und Marktanteil

Zwei Kennzahlen machen die Karte vergleichbar; weitere Formeln finden Sie bei den Kennzahlen im Geomarketing. Die Wettbewerbsdichte setzt die Zahl der Anbieter ins Verhältnis zur Nachfrage, meist je 10.000 Einwohner, im B2B je 1.000 Zielbetriebe. Die Marktanteil-Schätzung vergleicht Ihren Umsatz mit dem Marktvolumen oder Ihre Fläche mit der Gesamtfläche am Ort.

Beide Kennzahlen sind grobe Näherungen: Kunden kaufen nicht nur am Wohnort, Standorte sind unterschiedlich attraktiv, und ein Teil der Nachfrage fließt in den Online-Handel. Wer wissen möchte, wie sich Kunden tatsächlich auf mehrere Anbieter verteilen, braucht ein Gravitationsmodell.

Von der Wettbewerbsdichte zur Huff-Analyse

Die Huff-Analyse geht einen Schritt weiter: Sie berechnet für jedes Wohngebiet, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Kunden welchen Standort aufsuchen – abhängig von Attraktivität und Fahrzeit aller Anbieter. Aus der Wettbewerbsanalyse wird so eine Schätzung von Marktanteilen und Umsätzen, auch für Szenarien wie die Eröffnung eines neuen Wettbewerbers. Die Standortliste aus der Wettbewerbsanalyse ist dafür die wichtigste Grundlage.

White Spots finden – und richtig lesen

White Spots sind Gebiete mit relevantem Potenzial, aber wenig oder keinem Angebot. Sie entstehen auf der Karte, wenn Sie Potenzialdaten wie Einwohner, Kaufkraft oder Zielbetriebe mit den Einzugsgebieten aller Anbieter überlagern: Was außerhalb aller Zonen liegt oder nur schwach versorgt ist, fällt sofort auf.

Wie sich weiße Flecken mit Scoring, Portfolio-Matrix oder Location-Allocation bewerten und in eine Reihenfolge bringen lassen, zeigt die White-Spot-Analyse.

Wettbewerbsanalyse im B2B und im Vertrieb

Nicht nur Filialisten brauchen den Blick auf die Karte. Im B2B sitzen die Marktbegleiter oft nicht in Ladenlokalen, sondern in Niederlassungen, Lagern, Händler- und Servicenetzen. Die Fragen sind ähnlich: Wo ist ein Wettbewerber mit einer Niederlassung näher an den Kunden? In welchen Regionen hat er einen Außendienst, in welchen nicht? Wo betreibt er Servicestützpunkte, die schnellere Reaktionszeiten ermöglichen?

Als Bezugsgröße dienen hier nicht Einwohner, sondern Zielbetriebe: Wettbewerbsdichte je 1.000 passende Unternehmen, Ihre Kunden im Verhältnis zu allen Zielbetrieben je Gebiet. Verknüpft mit der Neukundengewinnung entsteht so eine Karte, die zeigt, wo sich die Akquise lohnt und wo ein Marktbegleiter so fest verankert ist, dass der Aufwand in keinem Verhältnis steht.

Werkzeuge für die Wettbewerbsanalyse

QGIS und Power BI können Standorte und Dichten ebenfalls zeigen, Einzugsgebiete und Modelle erfordern dort aber Erweiterungen oder eigene Berechnungen. Für eine einmalige Analyse ist unser Geomarketing-Service oft der schnellere Weg.

Grenzen der Wettbewerbsanalyse

  • Aktualität: Wettbewerber eröffnen, schließen und verlagern. Planen Sie eine regelmäßige Aktualisierung ein, bei dynamischen Märkten mindestens jährlich.
  • Vollständigkeit: Keine Quelle ist lückenlos. Lassen Sie die Liste vom Außendienst oder von Filialleitern gegenlesen.
  • Gleichbehandlung: Ein Fachmarkt mit 3.000 m² und ein kleiner Laden sind nicht gleich stark. Gewichten Sie Standorte nach Größe oder Format.
  • Online-Wettbewerb: Reine Online-Anbieter erscheinen auf keiner Stecknadelkarte, beeinflussen aber das Marktvolumen.

Aus der Wettbewerbsanalyse ergeben sich oft direkt die nächsten Fragen: Welche eigene Filiale ist besonders unter Druck? Das klärt die Filialnetzanalyse. Wo eröffnen wir als Nächstes? Das beantwortet die Expansionsplanung. Eine umfassende Bewertung einzelner Standorte bieten wir als Standortanalyse an.

So läuft eine Wettbewerbsanalyse ab

  1. Marktbegleiter definierenWer ist aus Kundensicht eine echte Alternative? Direkte Wettbewerber, Fachhandel, Discounter, Online-Anbieter mit Abholstellen – die Abgrenzung bestimmt das Ergebnis.
  2. Standorte erfassenAus eigener Recherche, Standort- und POI-Daten, Firmendaten oder Branchenverzeichnissen entsteht eine bereinigte Standortliste.
  3. Merkmale ergänzenWo verfügbar, werden Verkaufsfläche, Format, Sortiment oder Mitarbeiterzahl ergänzt – sie beschreiben die Stärke eines Standorts.
  4. Geokodieren und darstellenDie Standorte werden hausgenau verortet und mit eigenen Standorten, Kunden und Potenzialdaten auf der Karte kombiniert.
  5. Kennzahlen berechnenWettbewerbsdichte, Überschneidungen der Einzugsgebiete und Marktanteil-Schätzungen je Gebiet.
  6. White Spots bewertenAuffällige Gebiete werden geprüft, bei Bedarf mit einer Huff-Analyse vertieft und vor Ort verifiziert.

Praxisbeispiele zur Wettbewerbsanalyse

Fitnessstudio-Betreiber

Wettbewerbsdichte in 20 Städten

Ein Betreiber von fünf Fitnessstudios suchte Städte für weitere Eröffnungen. Die Standorte aller Studios in 20 Kandidatenstädten wurden recherchiert, nach Format (Premium, Discount, Spezialangebot) unterschieden und in Relation zur Einwohnerzahl der Altersgruppe 18 bis 49 Jahre gesetzt.

Ergebnis Beispiel: Vier Städte wiesen bei vergleichbarer Kaufkraft weniger als halb so viele Studios je 10.000 Einwohner der Zielgruppe auf wie der Durchschnitt – sie kamen in die engere Standortsuche.

Landtechnik-Händler

Händlernetz gegen Wettbewerbsnetz

Ein Händler für Landmaschinen mit acht Standorten wollte wissen, wo Wettbewerbshändler anderer Marken näher an den landwirtschaftlichen Betrieben liegen. Grundlage waren Firmendaten landwirtschaftlicher Betriebe je Gemeinde und 45-Minuten-Fahrzeitzonen um die eigenen und fremden Standorte.

Ergebnis Beispiel: In zwei Regionen erreichte ein Wettbewerber deutlich mehr Betriebe innerhalb von 45 Minuten. Dort wurde statt eines neuen Standorts eine mobile Serviceflotte eingesetzt.

Hörakustik

White Spots in einer Großstadtregion

Ein Filialist für Hörakustik kombinierte die Standorte aller Akustiker in einer Großstadtregion mit der Zahl der Einwohner ab 65 Jahren auf GEOmarket-Ebene. 10-Minuten-Fahrzeitzonen zeigten, welche Wohngebiete von keinem Anbieter schnell erreicht werden.

Ergebnis Beispiel: Drei Stadtteile mit überdurchschnittlichem Anteil älterer Menschen lagen außerhalb aller 10-Minuten-Zonen. Einer davon wurde nach der Vor-Ort-Prüfung für eine neue Filiale ausgewählt.

Typische Projektsituationen, anonymisiert; Zahlen sind Rechenbeispiele.

Häufige Fragen

Was ist eine Wettbewerbsanalyse im Geomarketing?

Eine Wettbewerbsanalyse im Geomarketing bringt die Standorte der Marktbegleiter auf die Karte und setzt sie ins Verhältnis zu Potenzial, eigenen Standorten und Kunden. So wird sichtbar, wo der Markt dicht besetzt ist, wo sich Einzugsgebiete überschneiden und wo White Spots liegen.

Woher bekomme ich die Standorte meiner Wettbewerber?

Aus eigener Recherche und dem Wissen Ihres Außendienstes, aus Standort- und POI-Daten, aus Firmendaten nach Branche oder aus Branchen- und Verbandsverzeichnissen. Oft ist die Kombination am vollständigsten. Welche Quelle sich für Ihre Branche eignet, klären wir herstellerneutral.

Wie berechnet man die Wettbewerbsdichte?

Wettbewerbsdichte = Anzahl der Wettbewerbsstandorte ÷ Einwohner × 10.000. Im B2B wird statt der Einwohner die Zahl der Zielbetriebe verwendet. Aussagekräftiger wird die Kennzahl, wenn Sie nur die Zielgruppe zählen oder die Standorte nach Größe gewichten.

Was sind White Spots?

White Spots, auch weiße Flecken genannt, sind Gebiete mit relevantem Potenzial, in denen es kein oder nur wenig Angebot gibt. Sie sind Kandidaten für neue Standorte oder verstärkte Vertriebsaktivitäten – müssen aber geprüft werden, denn manchmal gibt es gute Gründe für die Lücke.

Kann ich Marktanteile auf der Karte schätzen?

Näherungsweise ja: über den eigenen Umsatz im Verhältnis zur Sortimentskaufkraft eines Gebiets oder über den Anteil der eigenen Verkaufsfläche an der Gesamtfläche. Genauer wird es mit einem Gravitationsmodell wie der Huff-Analyse.

Welche Software eignet sich für die Wettbewerbsanalyse?

Für Stecknadelkarten, Heatmaps und Dichten genügt oft easymap office oder RegioGraph Analysis. Fahrzeitzonen bieten easymap professional und RegioGraph Planning. Wettbewerb im Gravitationsmodell berücksichtigt RegioGraph Strategy.

Weiterführend

Passende Anwendungen und Daten

Kontakt

Den Wettbewerb auf die Karte bringen

Sie nennen uns Ihre Marktbegleiter und Ihr Zielgebiet – wir recherchieren die Standorte, ergänzen Potenzialdaten und zeigen Ihnen Dichte, Überschneidungen und White Spots.

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