RegioGraph Planning: wenn aus Analysen Vertriebsgebiete werden
In vielen Unternehmen endet Geomarketing nicht bei der Analyse, sondern beginnt dort erst richtig. RegioGraph Planning ist genau für diesen nächsten Schritt gemacht: die professionelle Planung, Optimierung und Steuerung von Vertriebs- und Servicegebieten. Die Edition der Geomarketing-Software RegioGraph von GfK GeoMarketing (heute NIQ) enthält alle Funktionen von RegioGraph Analysis und ergänzt sie um intelligente Werkzeuge für die Vertriebsgebietsplanung, die Standortbestimmung im Gebiet und die Optimierung von Servicestrukturen.
Damit eignet sich RegioGraph Planning besonders für Unternehmen mit Außendienst, Servicetechnikern, Filialnetzen oder komplexen regionalen Strukturen – also überall dort, wo die Frage „Wer ist für welche Kunden zuständig?“ direkten Einfluss auf Umsatz, Fahrtkosten und Zufriedenheit hat.
Wann sich eine neue Gebietsplanung lohnt
Vertriebsgebiete wachsen selten nach Plan. Sie entstehen historisch: Ein Mitarbeiter geht, ein anderer übernimmt einen Teil seiner Kunden, ein neuer Kollege bekommt, was übrig bleibt. Nach einigen Jahren hat ein Gebiet doppelt so viel Potenzial wie das Nachbargebiet, und zwei Außendienstler fahren an denselben Orten aneinander vorbei. Typische Anlässe für eine Neuplanung sind:
- Neukundengewinnung: Neue Märkte oder Zielgruppen sollen systematisch erschlossen werden.
- Personalwechsel: Ein Gebiet wird frei, wird geteilt oder kommt hinzu. Wenn Sie dafür neue Außendienstmitarbeiter suchen, unterstützt Sie unser Tochterunternehmen, die p17 Consulting GmbH, bei der Personalsuche.
- Effizienz: Zu viel Fahrzeit, zu wenig Besuchszeit, ungleich ausgelastete Mitarbeiter.
Die Fahrzeit ist dabei kein Randthema: Laut einer Studie von Huckemann und Schmitz (St. Gallen 2014) entfallen rund 26 % der Arbeitszeit im Außendienst auf Fahrten und nur etwa 27 % auf die eigentlichen Kundenbesuche.
Die Funktionen von RegioGraph Planning im Detail
Gebietsplanungsassistent und automatische Optimierung
Kern der Edition ist der Gebietsplanungsassistent. Er führt Schritt für Schritt durch die Planung: Grundlage wählen (zum Beispiel 5-stellige Postleitzahlen oder Gemeinden), Kriterien festlegen, Gebiete erzeugen. Geplant werden kann nach Kundenpunkten, nach Maximalwerten – etwa höchstens 250 Kunden oder ein bestimmtes Umsatzpotenzial je Gebiet – oder nach Erreichbarkeit von einem Standort aus. Neue Gebiete werden automatisch erzeugt und benannt.
Bestehende Strukturen lassen sich automatisch optimieren und anschließend interaktiv nachbessern. Das ist in der Praxis entscheidend: Ein rechnerisch perfektes Gebiet nützt wenig, wenn dabei langjährige Kundenbeziehungen zerrissen werden. Sie behalten die Kontrolle und sehen bei jeder Änderung sofort, wie sich die Kennzahlen verschieben. Einzelne Teilregionen können Sie gezielt neu planen, ohne den Rest der Struktur anzutasten.
Mehrere Gebietsstrukturen und mehrstufige Planung
Auf einer Basiskarte können Sie mehrere Gebietsstrukturen parallel führen – zum Beispiel Außendienst, Key Account Management und Technischer Service. Die mehrstufige Planung bildet Hierarchien ab: Regionen, Bezirke und Gebiete lassen sich top-down (von der Vertriebsleitung vorgegeben) oder bottom-up (aus den Gebieten aufgebaut) planen. Ändert sich eine Zuordnung auf der untersten Ebene, stimmen die Summen auf allen Ebenen automatisch.
Landkarten-Editor und Georeferenzierung
Nicht jedes Gebiet endet an einer Postleitzahlgrenze. Mit dem Landkarten-Editor digitalisieren Sie eigene Flächen, etwa Stadtteile, Gewerbegebiete oder Liefergebiete. Über die Georeferenzierung passen Sie eingescannte Raster- oder Bitmap-Karten lagerichtig ein – praktisch, wenn die bisherige Gebietskarte nur als Papierkarte an der Wand hängt.
Standorte, Service und Logistik
RegioGraph Planning bestimmt den optimalen Standort im Gebiet, zum Beispiel für einen Servicestützpunkt oder als Orientierung für den Wohnort eines neuen Mitarbeiters. Vertreter- und Serviceregelungen legen fest, wer im Urlaubs- oder Krankheitsfall übernimmt. Mit hausgenauer Geokodierung werden Kunden adressgenau verortet; darauf bauen Fahrtzeitzonen, Einzugsgebiete und Warenstromanalysen auf, etwa um Lieferbeziehungen zwischen Lagern und Kunden sichtbar zu machen.
Gebietsreports und Vergleiche
Jede Planung endet mit einer Entscheidung – und die muss man erklären können. Gebietsreports fassen Kennzahlen je Gebiet zusammen, Vergleiche stellen alte und neue Struktur gegenüber. So sehen Vertriebsleitung, Controlling und Außendienst, was sich ändert und warum. Das schafft Akzeptanz, gerade wenn Mitarbeiter Kunden abgeben müssen. Wie Sie Außendienst und Führungskräfte von Anfang an einbinden, beschreibt unser Leitfaden Vertriebsgebietsplanung.
So setzen Anwender RegioGraph Planning ein
Die Gebietsplanung für den Außendienst ist der Klassiker. In der Praxis sehen wir daneben vor allem diese Aufgaben:
- Gebiete nach Arbeitslast statt nur nach Umsatz: Kunden werden nach Umsatz oder Potenzial klassifiziert, aus der Klasse folgt eine Besuchshäufigkeit und daraus der Zeitbedarf je Kunde. Geplant wird auf die Summe dieser Zeiten – so erhält jeder Mitarbeiter ein Gebiet, das er in seiner Arbeitszeit tatsächlich bearbeiten kann.
- Neue Verkaufsstellen einplanen, bevor Umsätze vorliegen: Wird ein Hersteller bei einer weiteren Handelskette gelistet, kommen auf einen Schlag viele Märkte hinzu. Bis erste Umsätze vorliegen, dienen Ersatzgrößen wie die Zahl der Märkte je Gebiet, die Sortimentskaufkraft und die Erreichbarkeit als Planungsgrundlage.
- Bezirke, die nicht an der Postleitzahl enden: Mit dem Landkarten-Editor werden Postleitzahlgebiete geteilt oder zusammengefasst, damit ein Bezirk an einer Bahnlinie, einem Fluss oder einer Autobahn endet – etwa für Entsorgungs- oder Winterdienstbezirke.
- Verteilbezirke mit gleicher Haushaltszahl: Für die Prospektverteilung werden zusammenhängende Bezirke mit einem Höchstwert an Haushalten je Verteiler erzeugt, sodass jeder Verteiler eine vergleichbare Menge auf kurzen Wegen bewältigt.
Wie Potenzial, Arbeitslast, Erreichbarkeit und Zusammenhang der Gebiete zusammenspielen, erklären wir ausführlich unter Methoden der Gebietsplanung.
Lieferumfang und Lizenzmodell von RegioGraph Planning
Im Standard erhalten Sie RegioGraph Planning für Microsoft Windows mit den Landkarten für Deutschland, Österreich und die Schweiz, der GfK Kaufkraft inklusive Einwohner und Haushalte für diese drei Länder und einer Karte der 2-stelligen Postleitzahlen für Europa. Statt DACH können Sie Karten und Kaufkraft eines anderen europäischen Landes wählen; weitere Länder lassen sich zubuchen. Zusätzliche Daten für die Gebietsplanung, etwa Firmenadressen oder Branchenpotenziale, vermitteln wir herstellerneutral – mehr unter Markt- und Potenzialdaten.
Die Lizenz gilt für einen Named User; für Teams gibt es Pakete für bis zu zwei oder bis zu fünf Nutzer. Sie wählen zwischen 1-Jahres- und 3-Jahres-Abonnement, abgerechnet jeweils pro Jahr zu Beginn des Vertragsjahres. Im 3-Jahres-Abonnement zahlen Sie im ersten Jahr die Hälfte des Listenpreises und erhalten neue Versionen automatisch. Laufzeiten, Kündigungsfristen und Verlängerungskonditionen erklären wir ausführlich auf der Seite RegioGraph Software. Die Preise für beide Laufzeiten – einschließlich der Beträge für die Folgejahre – stehen in der Preistabelle auf dieser Seite. Die Lizenz ist für interne Analysen vorgesehen.
Planning, Analysis, Strategy oder easymap professional?
Wenn Sie Gebiete nur gelegentlich von Hand anpassen, genügt RegioGraph Analysis. Wenn zur Gebietsplanung regelmäßig Standortentscheidungen mit Einzugsgebieten, Wettbewerbern und Gravitationsmodell kommen, ist RegioGraph Strategy die richtige Edition.
Außerhalb der RegioGraph-Familie ist easymap professional von infas 360 die naheliegende Alternative. Beide planen Gebiete automatisch und geokodieren hausgenau. RegioGraph Planning bringt die GfK Kaufkraft für DACH mit, bietet einen Landkarten-Editor und eine ausgeprägte mehrstufige Planung. easymap professional arbeitet mit einer Concurrent-User-Lizenz, berücksichtigt Fahrtstrecken und -zeiten, bietet Routing und Erreichbarkeitsanalysen, Zugriff auf Businessadressen per Data as a Service und lässt sich um eine Tourenplanung erweitern. Welche Stärken für Sie schwerer wiegen, zeigt der Vergleich easymap professional und RegioGraph Planning.
Einführung, Schulung und Projektbegleitung durch p17
Gebietsplanung ist zur Hälfte Software und zur Hälfte Methode. In unserer Schulung „Gebietsplanung mit RegioGraph Planning“ lernen Sie beides – auf Wunsch direkt mit Ihren Kunden- und Gebietsdaten, sodass am Ende der Schulung ein erster Entwurf Ihrer neuen Struktur steht. Termine und Formate finden Sie unter Schulungen.
Planen Sie Ihre Gebiete nur alle paar Jahre neu, ist ein Projekt oft wirtschaftlicher als eine eigene Lizenz. Dann übernehmen wir die Gebietsplanung oder Gebietsoptimierung für Sie und übergeben das Ergebnis als Karte, Tabelle und auf Wunsch als RegioGraph-Projekt.
Offen gesagt: Offizieller Vertriebspartner von RegioGraph ist die p17 GmbH nicht. Jahrelang waren wir Premium-Partner der GfK GeoMarketing, bis GfK das Partnermodell beendet hat, und unser Schwerpunkt liegt heute stärker auf easymap. RegioGraph-Lizenzen erhalten Sie trotzdem weiterhin bei uns, und Gebietsplanung mit RegioGraph Planning begleiten wir gern – neutral und mit dem Know-how aus vielen Projekten. Mehr dazu im Transparenz-Hinweis zu RegioGraph.
Erst ansehen, dann entscheiden
Eine Testversion von RegioGraph Planning gibt es nicht. Stattdessen zeigen wir Ihnen die Software gern in einer kostenlosen Online-Präsentation an Ihrer eigenen Fragestellung, auf Wunsch mit Ihrer aktuellen Gebietsstruktur – Online-Präsentation anfragen. Laufzeit, Nutzerzahl und Länder stellen Sie im Konfigurator auf dieser Seite zusammen.